10.05.2019

Basketball zum Beruf gemacht

von Marie Menke

 

Früher stand Nicolas Grundmann für den Zweitligisten Wolfenbüttel auf dem Feld. Über fünfzehn Jahre später dreht sich bei ihm weiterhin alles um dem Sport - jetzt aber hinter den Kulissen der Basketball Löwen Braunschweig.

 

 

Nach einer gewonnenen Meisterschaftgingen sie in die Eisdiele im Ort und bestellten den Partybecher. Der größte Eisbecher, den es dort gab, war zu Schulzeiten die Belohnung für hartes Training und gute Ergebnisse, erinnert sich Nicolas Grundmann. Ein Sportlehrer infizierte ihn früh mit der Leidenschaft zum Basketball: Von da an spielte Grundmann fast immer -im Sommer notfalls im Schwimmbad, im Winter mit Handschuhen. Und mit Erfolg: Er spielte in der Junioren-Nationalmannschaft, wurde mit der BG 89 Rotenburg/Scheeßel sowieder Niedersachsenauswahl mehrfach DeutscherJugendmeisterund warauch als Trainer und Schiedsrichter aktiv. Als er zu Schulzeiten Spieler aus der 2. Bundesliga im Trainingscamp beobachtete, wirkte der Weg bis dorthin astronomisch lang. Ab 1996 spielte er jedoch selbst für den Zweitligisten Wolfenbüttel. „Der Club hatte eine riesige Historie und eine beeindruckend große Halle“, erinnert er sich und schmunzelt. Der Kronleuchter im Foyer der Halle ist ihm in Erinnerung geblieben. In Wolfenbüttel war alles etwas größer.

Dass er für den Club spielte, ist inzwischen über fünfzehn Jahre her. Losgelassen hat ihn der Basketball aber nie: Nicolas Grundmann zählt zu denen, die es geschafft haben,aus ihrem Hobby einen Beruf zu machen –hinter den Kulissen. In Salzgitter, nicht weit von Wolfenbüttel entfernt, entstand ein neuer Studiengang für Sportmanagement. Ein Freund schickte ihm einen Brief mit acht kopierten Infoblättern und der Notiz, dass das doch „was für ihn“ wäre. Bei der ersten Bewerbung wurde er abgelehnt, jobbte noch ein Jahr lang, dann klappte es. Als er nach seinem Studium Geschäftsführer der 2. Bundesliga wurde, saß er zuerst einmal auf der Tribüne und fragte sich, ob er eigentlich immer noch klatschen durfte, ohne parteiisch zu wirken. Mit dem Sport kamen jetzt auch Verpflichtungen. Und doch: Auch ohne aktiv zu spielen, konnte der Basketball für ihn damit im Mittelpunkt bleiben.

Seit vier Jahren ist er inzwischen wieder auf Clubseite tätig. Heute leitet er das Marketing für die Basketball Löwen Braunschweig. Seine Aufgabe: Aufmerksamkeit für den Sport und das Team generieren. „In den letzten Jahren hat sich da unfassbar viel getan: Mittlerweile können Fans zum Beispiel alle Spiele auch online sehen, das war lange Zeit nicht möglich“, berichtet er. „Die zu erreichen, die nicht proaktiv nach Neuigkeiten aus dem Sport suchen, ist trotzdem eine Herausforderung.“ Nach dem Berufseinstieg hörte er zuerst auf selbst zu spielen. Anstatt das Niveau runterzuschrauben, wollte er lieber hinter den Kulissen bleiben. Als Freunde sich einige Jahre später zum Training trafen, war er dennoch dabei. „Da habe ich das Spielen nochmal ganz neu lieben gelernt“, sagte er lachend, „Ganz ohne Leistungsdruck und nur zum Spaß eben.“ Auch sein heutiges Büro liegt im Inneren der Trainingshalle –also nie mehr als einen Korbwurf entfernt.