29.08.2019

Marketing im Basketball: Für volle Hallen sorgen

von Marie Menke

Für die Basketball Löwen Braunschweig leitet Nicolas Grundmann das Marketing: Ob bei Stadtfesten oder auf Facebook generiert er Aufmerksamkeit für den Club. Ohne sportlichen Erfolg würde das allerdings nur schwer funktionieren.

3600 Zuschauer kann die Braunschweiger Basketballhalle normalerweise fassen. Als die Basketball Löwen gegen Alba Berlin spielten, waren die Sitze so früh ausverkauft, dass das Team sich dafür entschied, eine der Abhängungen abzunehmen. Damit konnten sie die Halle auf 5100 Plätze erweitern – und auch die waren bald ausverkauft. „Dass die Halle dann größer wirkt und mehr Zuschauer zum Anfeuern da sind, spüren auch die Spieler“, sagt Nicolas Grundmann. Der Braunschweiger Marketingleiter blickt stolz auf das Spiel zurück: „Es gab Tage, an denen haben wir zuvor im Büro wie bei einem Liveticker beobachtet, wie mehr und mehr Tickets verkauft wurden.“

Wenn für die Basketball Löwen Braunschweig ein Heimspiel ansteht, ist er immer dabei. „Je nachdem wie viel  abseits des Feldes zu tun ist, habe ich auch Zeit, um das Spiel zu verfolgen“, sagt er. „Da ist man schnell wieder in der Fan-Position: Man feiert mehr oder weniger offensichtlich die Mannschaft an und regt sich auch mal über den Schiedsrichter auf.“ Grundmann ist zufrieden mit dem, was das Team in den letzten Monaten geleistet hat. Die Leistungen der Spieler sind aber nicht das einzige, über das er sich freut: „Wir hatten mehrfach eine ausverkaufte Halle. Der Zuschauerzuwachs war 2019 einfach super.“

Es waren viele Faktoren, die zusammenkamen, glaubt er. Braunschweig sei vor allem eine Fußballstadt, aber als der Fußballverein Eintracht Braunschweig gerade Winterpause machte, spielten die Basketballer umso besser. Außerdem investierten die Basketball Löwen die Saison über – zum Beispiel in ihre Präsenz im Internet und in Sozialen Netzwerken, in eine neue Lichtanlage mit besonderen Effekten in der Halle und in einen Businesscup, also ein Turnier extra für Sponsoren und Unternehmen. Grundmanns Aufgabe ist es, die Halle zu füllen: Um Präsenz zu zeigen, sind die Spieler und er dafür auch auf Stadtfesten oder Studentenpartys dabei.

„Letztendlich muss zu allen Aktionen aber der sportliche Erfolg hinzukommen“, weiß er. „Die Leute kommen lieber, wenn es heißt, hey, die Basketball Löwen sind echt gut.“ Für die Bundesliga 2018/19 war der Club in der Lage, viele Spieler zu halten, die bereits zuvor in Braunschweig gespielt hatten. Damit wuchs der Wiedererkennungswert. Dazu kamen Spiele, bei denen es bis zur letzten Sekunde spannend blieb – und oft auch bis in die Verlängerung. „Das sind Kettenreaktionen“, ist Grundmanns Erfahrung. „Wenn die Halle voll ist, sind die Leute begeistert, die Spieler sind motiviert und neue Sponsoren kommen hinzu, sodass wir uns mehr gute Spieler leisten können. Dieses Jahr standen wir definitiv auf der Sonnenseite, aber das kann auch umgekehrt laufen. Dann heißt es: Bloß nicht den Kopf in den Sand stecken.“