08.11.2019

Saisonstart

von Marie Menke

Für Rollstuhl-Basketballerin Katharina Lang hat das Jahr 2020 das Potenzial dazu, ein ganz besonderes Jahr zu werden. Bis es soweit ist, muss sie aber noch Klausuren schreiben, unzählige Male trainieren und Auswahlcamps absolvieren.

Der Sieg bei den US-amerikanischen College Nationals und die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften – hinter Katharina Lang liegt ein aufregendes Jahr. Auch für das kommende Jahr stehen große Ereignisse an: Das deutsche Nationalteam konnte sich im vergangenen Sommer das Ticket für die Paralympischen Spiele 2020 im japanischen Tokio sichern. Im Januar steht hierfür das erste Camp an, bei dem sechzehn Spielerinnen nominiert werden, im Mai wird anschließend der Kader von zwölf Spielerinnen festgelegt, die mit nach Tokio kommen.

Für Katharina liegt das jedoch noch ein Stück weit in der Ferne. Sie ist zurück in den USA: An der University of Alabama in der Kleinstadt Tuscaloosa studiert und trainiert sie – mit Begeisterung. „Das Niveau, auf dem unser Team in diesem Jahr unterwegs ist, ist extrem hoch“, sagt sie über die Mannschaft, mit der sie in den USA spielt. „So zu trainieren kostet viel Selbstdisziplin und ist anstrengend, macht aber auch unfassbar viel Spaß.“ Seit dieser Saison wird das Team von zwei Trainern gecoacht, die selbst Rollstuhl-Basketballer sind: Auch sie haben das Tempo noch einmal angezogen. 

Jetzt ist Katharinas Blick auf die anstehenden Klausuren und das Training in Tuscaloosa gerichtet. Neben dem Sport haben ihre Teamkolleginnen und sie regelmäßige psychologische Coachings, um zu lernen, mit dem Druck, der auf ihnen lastet, umzugehen. Für Katharina sind die Sessions auch eine Vorbereitung für das kommende Jahr. Während der Europameisterschaft zog sie sich außerdem eine Schulterverletzung zu, die es jetzt auszukurieren gilt. Die Zeit bis zum Auswahlcamp in Januar läuft dennoch nach und nach ab: „Wenn du es in die Top 16 schaffst, ist die Motivation unfassbar hoch, weiterzumachen und es bis zu den Paralympischen Spielen zu schaffen“, sagt sie. „Da sind dann noch vier Monate: Man denkt sich, da wäre noch Zeit, aber letztendlich vergeht die extrem schnell. Man muss viel Selbstdisziplin und Zeitmanagement mitbringen und kontinuierlich an sich arbeiten.“

Für Katharina ist das Auswahlcamp auch deshalb ein besonderer Moment, weil sie das Jahr über nur mit 2 Teamkolleginnen aus der deutschen Nationalmannschaft spielt, die auch in Alabama trainieren. „Die anderen sehen sich, wenn sie innerhalb der deutschen Bundesliga gegeneinander spielen“, erzählt sie. „Auf der einen Seite ist es deshalb total spannend beim Auswahlcamp endlich zu sehen, wer sich wie entwickelt hat. Auf der anderen Seite freue ich mich auch einfach unfassbar alle wiederzusehen!“