17.05.2019

Schiedsrichterin im Basketball

Von der Verantwortung, dass das Spiel läuft

von Marie Menke

Mit der KuSG Leimen gewann Jennifer Klett 2010 die Meisterschaft in der 2. Damen-Bundesliga Süd. Von dem, was sie in ihrer Zeit als Basketballerin gelernt hat, profitiert sie auch heute auf dem Court – als Schiedsrichterin.

 

 

                                                                                                     

Eigentlich wollte Jennifer Klett gar kein Basketball spielen. Lieber war sie Jahre lang geschwommen, bis das keinen Spaß mehr machte. Weil sie für ihr Alter recht groß war, landete sie mit elf Jahren nach einem Umweg über den Fußball dann doch auf dem Court. Der Sport entpuppte sich als Sprung ins kalte Wasser: Die Mannschaft, zu der sie stoß, trainierte schon länger zusammen. Für Klett war der Basketball damit von Anfang an ein Leistungssport.

 

Nach ihrem ersten Training beim TSV Speyer ging es nur noch bergauf: 1997 gewann das Team die Deutschen C-Jugend-Meisterschaften. „Ich war jünger als die anderen, hätte eigentlich D-Jugend spielen müssen. Mir hat es trotzdem unheimlich viel gebracht, schon einmal dabei sein zu dürfen. Die anderen waren natürlich viel leistungsstärker und gerade im entscheidenden Spiel viel länger auf dem Feld als ich“, erinnert sie sich heute. Anders sieht es 2010 aus: Nach einer Zeit im Internat studiert sie inzwischen in Heidelberg und trainiert in Leimen. Mit der dortigen KuSG gewinnt sie die Meisterschaft der Damen-Bundesliga Süd. „Da habe ich mehr gespielt, mehr zu dem Sieg beigetragen. In Leimen hat einfach alles gepasst: Der Trainer war gut, das Team auch, ich hab mich wohlgefühlt.“

Der Sieg ist jetzt neun Jahre her. Und Klett hat der Ehrgeiz inzwischen wieder gepackt – allerdings nicht als Spielerin. Ihr hatte die Halle gefehlt, das Gefühl, Teil einer Mannschaft zu sein, der Sport. Jetzt ist sie Schiedsrichterin: „Ich hatte einfach Lust zu pfeifen“, sagt sie. Zuerst kam die Grundlizenz, später die sogenannte D-Lizenz, heute pfeift sie in der Landesliga der Herren. Schwer fiel ihr der Rollenwechsel nicht: „Ich bin auf den Court gegangen und dachte, ich habe jetzt hier die Verantwortung, dass das Spiel läuft. Am Anfang macht man auch den Job nicht perfekt, aber man versucht an sich zu arbeiten. Wenn man selbst auf hohem Niveau gespielt hat, bringt man natürlich auch ein großes Verständnis von dem Sport mit.“

 

Das Pfeifen, wie sie sagt, ist für Klett Sport. Sie besucht Lehrgänge, wird gecoacht und kritisiert, arbeitet an sich. Das Ziel: Sie möchte einmal in der 1. Regionalliga pfeifen. Seitdem sie selbst als Schiedsrichterin auf dem Court steht, schaut sie kein Spiel mehr, ohne auf den Schiedsrichter, seine Anzeigen, seine Bewegungen und seine Pfiffe zu achten. „Wer selbst pfeift, bekommt ein anderes Gefühl von dem Spiel“, sagt sie. „Früher habe ich mit der Mannschaft für den eigenen Sieg gekämpft. Dass da jemand war und pfiff, war selbstverständlich. Heute sehe ich, welche Leistungen jemand überhaupt erbringen muss, um es auch als Schiedsrichter dorthin zu schaffen.“