25.10.2019

3x3: Das Beach-Volleyball des Basketballs

von Marie Menke

Schnell, intensiv und ziemlich modern: So kommt 3x3-Basketball, gesprochen „drei-gegen-drei“, daher. Schiedsrichterin Jennifer Klett ist längst begeistert: Sie spricht der Sportart großes Potenzial zu. Bevor diese 2020 olympisch wird, hat Deutschland jedoch noch viel zu tun.

Straße statt Basketballhalle und Intensität statt entspanntem Dribbeln: 3x3-Basketball ist ein rasanter Sport. Alles muss schnell gehen, denn ein Spiel dauert gerade einmal zehn Minuten. Ausgetragen werden Vorrundenspiele oft auf Parkplätzen, auch bei großen Turnieren wird auf Beton gespielt. Vor allem ein entscheidender Faktor macht den Unterschied: Nur drei Spieler sind pro Team auf dem Feld.

„3x3, das ist fast eine andere Sportart“, sagt Jennifer Klett. Während ihres Studiums spielte die Juristin bei der KuSG Leimen. Heute ist sie vor allem als Schiedsrichterin unterwegs: Leidenschaftlich pfeift sie mit dem Ziel, einmal in der 1. Regionalliga dabei zu sein. 3x3-Basketball ist nicht nur für Spieler, sondern auch für die Schiedsrichterin anders als der Basketball, an den sie gewöhnt ist: „Dadurch dass die Spieler weniger Zeit haben und die Intensität höher ist, hat man auch als Schiedsrichterin keine Pause: Die Konzentration muss konstant hoch sein.“

Obwohl viele Regeln wie Schrittfehler aus dem regulären Basketball übernommen werden, müssen sich Schiedsrichter doch umgewöhnen: Im 3x3-Basketball geht es härter zu, es wird mehr zugelassen. „Das ist halt die Straße“, sagt Klett schmunzelnd. Der Schiedsrichter ist übrigens nicht der Einzige, für den sich etwas verändert: Ähnlich geht es dem Trainer. Er sitzt beim 3x3-Basketball auf der Tribüne und hat keine Chance, um einzugreifen oder im Spiel die Taktik zu ändern.

In Deutschland steigt und fällt der Hype um die Sportart: „Vor knapp fünfzehn Jahren waren schon einmal viele begeistert davon, aber durchgesetzt hat es sich damals nicht“, erinnert sich Klett. Jetzt hat die Sportart einen großen Schritt hin zu mehr Bekanntheit geschafft: 2020 wird sie erstmals bei den Olympischen Spielen in Tokio vertreten sein. Während Länder wie Frankreich bereits gekonnt mitmischen, steckt die Sportart in Deutschland noch in den Kinderschuhen: Eine Nationalmannschaft wird jetzt zunehmend aufgebaut.

Klett sieht dennoch großes Potenzial in der Sportart: Sie möchte die Lizenz erwerben, um auch hier als Schiedsrichterin mitmischen zu können. In ihrer Zeit als Spielerin war sie selbst bei Steetball-Touren dabei. Daher weiß sie, dass sich solche Möglichkeiten für die gesamte Sportart lohnen können: „3x3 eröffnet Vereinen und Verbänden tolle Möglichkeiten, um gerade Jugendliche für sich zu gewinnen“, sagt sie. Es wird auf Beton gespielt, Musik läuft, alles ist lockerer. Im regulären Basketball steht Klett mit langer Hose in der Halle, im 3x3-Basketball auch mal in Shorts und mit Sonnenbrille draußen. Es sei ein wenig wie der Beach-Volleyball des Basketballs, findet sie.